|
Sonntag, 21.02.10 Sonne, Strand und der Atlantik; Einweihungsfeier des neuen Highschool - Gebäudes Der Tagesablauf des Sonntags wird diesem Wochentag mehr als gerecht. Den Vormittag verbringen wir am paradiesischen Strandabschnitt ELWA-Beach. Die Liberianer verbringen den Sonntagvormittag in der Kirche Überall in der Stadt strömen die Familien in Sonntagskleidung, hier der afrikanischen Tracht, in die unzähligen Kapellen.
Am Nachmittag findet die große Einweihungsfeier des neuen Schulgebäudes statt. Bei unserer Ankunft ist schon alles vorbereitet: Der große Platz um die Palaverhütte ist sauber gefegt, der Teil vor der neuen Schule ist mit Palmwedeln abgeteilt und alle Stühle aus den Klassenräumen sind ins Freie geholt worden. Das neue Schulgebäude ist mit Luftballons, Palmwedeln und Blüten geschmückt. Die Lehrer und Schüler bieten ein beeindruckendes Programm. Natürlich darf der Gemeindepfarrer nicht fehlen. Die Feier beginnt mit ausgelassenem Gesang. Der Chor trägt verschiedene Lieder vor, und ein Theaterstück wird aufgeführt. Es ist ein Straßentheaterstück, das verdeutlichen soll, weshalb es wichtig ist, die Kinder in die Schule zu schicken und nicht nur zur Arbeit auf den Markt. Der Junge, der nicht in der Schule war, und auch als junger Mann weiter auf dem Markt tätig ist, merkt nicht, dass er übers Ohr gehauen wird, da er nicht rechnen kann. Wir sind von den schauspielerischen Talenten und der Inbrunst begeistert, mit der die Kinder und Jugendlichen das Theaterstück spielen. Natürlich fehlen auf dieser Feier auch nicht die Reden: Direktor Christopher Beah, Mrs. Langford und Richard Pöschl halten Ansprachen zur Feier des Tages. Mit einem Scherenschnitt von des Vorsitzenden wird das Schulgebäude für alle zugänglich gemacht. Die Eltern der Schulkinder aus der Umgebung besichtigen sogleich das Gebäude und anschließend wird das Buffet eröffnet. Zur Feier des Tages gibt es zu dem obligatorischen Reis noch Hühnchenkeulen und Kuchen zum Nachtisch. Ein echtes Festmahl für alle.
Die logistische Herausforderung steht allerdings noch bevor fast 150 Schulkinder freuen sich auf das leckere Essen. Wir sind erstaunt, wie diszipliniert diese auf das Essen warten: brav stellen sich alle in einer Reihe auf, die Kleinsten zuerst. Bis jedes Kind dann schließlich zu Essen und zu Trinken erhalten hat, vergehen rund mehrere Stunden. Währenddessen erbringen fleißige Frauen im Hintergrund wahre Höchstleistung: im Akkordtempo werden parallel die Teller und das Besteck abgewaschen, mit klarem Wasser nachgespült und abgetrocknet, damit die Kinder in der Schlange nicht warten müssen, denn es gibt nicht genug Teller und Besteck für alle. Uns wird klar, dass diese logistische Meisterleistung von den Frauen hier zweimal täglich, zum Frühstück und Abendbrot erbracht wird. Zwar „nur“ noch für die 70 im Waisenhaus lebenden Kinder, doch auch dies verdient unseren höchsten Respekt und Anerkennung.
Schließlich geht die höchst gelungene Feier langsam zu Ende.
Weiter zu Tag 5 (22. Februar 2010)
|
|