"Es ist besser, eine Kerze anzuzünden als über die Dunkelheit zu klagen"

„Das Schicksal Liberias liegt uns am Herzen“

 

Im Rahmen ihrer Afrikareise, die sie im Oktober 2007 unter anderem nach Äthiopien und Südafrika führte, besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 07.- 08.10. mit Liberia das afrikanische Land, das ganz oben auf der Agenda von „Kinder Afrikas e. V.“ steht.

 

Wichtigster Punkt des Aufenthalts der deutschen Regierungschefin in der Hauptstadt Liberias, Monrovia, war zweifellos das Treffen mit Ellen Johnson-Sirleaf, der ersten gewählten und seit 2006 amtierenden Präsidentin des afrikanischen Staates. Nach dem gemeinsamen Gespräch betonte Merkel „...dass uns das Schicksal und der weitere Aufbau des Landes Liberia außerordentlich am Herzen liegen“ und stellte für den schwierigen Wiederaufbau nach dem langjährigen Bürgerkrieg weitere finanzielle Unterstützung in Aussicht. Schon jetzt hilft Deutschland Liberia mit jährlich 18 Millionen Euro beim Wiederaufbau – ein Betrag der anlässlich des Besuchs von Merkel und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul noch einmal um 4 Millionen Euro aufgestockt wurde.

 

Die Bundesrepublik hat ein großes Interesse an der wirtschaftlichen Gesundung Liberias und obwohl die Situation des Landes nach dem 14-jährigen Bürgerkrieg noch immer als desolat zu bezeichnen ist, besteht durchaus Anlass zur Hoffnung, da das ökonomische Potenzial Liberias im Grunde genommen hoch ist. Mit seinen fruchtbaren Böden und ausreichend vorhandenen Wasservorkommen verfügt das Land über natürliche Ressourcen, die beste Vorraussetzungen für eine nachhaltige Landwirtschaft bieten. In diesem Zusammenhang fördert der Bund in Zusammenarbeit mit privaten Initiativen besonders die Wiederbelebung der Kakaowirtschaft in Liberia, ein Projekt, das der Existenzsicherung von 10,000 Kakaobauern dienen soll.

 

Als eine Art Gastgeschenk sagten Merkel und Wieczorek-Zeul der liberianischen Präsidentin außerdem die Bereitstellung von über 300,000 modernen Moskitonetzen zu und lenkten damit den Blick auf den schwierigen und mühsamen Kampf gegen Malaria – eine Krankheit die leider auch heute noch mit Fug und Recht als „Geißel Afrikas“ bezeichnet werden muss.

 

Aber nicht nur auf der deutschen Ebene, auch international will sich Angela Merkel weiterhin für Liberia einsetzen. Ein vollständiger Schuldenerlass für das Land und der Abbau unfairer Handelsbarrieren sind Ziele, die eben nur unter Mitwirkung anderer Staaten erreicht werden können. Kernstück dieser Politik ist dabei auch die neue EU-Afrika Strategie, die auf dem EU-Afrika-Gipfel im Dezember letzen Jahres in Lissabon erarbeitet worden ist und der Grundstein für eine dauerhafte Partnerschaft zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent werden soll.

 

Neben dem Treffen mit Ellen Johnson-Sirleaf bildeten der Besichtigung eines Flüchtlingsprojekts der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und des UN-Flüchtlingskommisariats (UNHCR) sowie der Nationalen Polizeiakademie Paynesvill in Monrovia, die bei der Polizistenausbildung eng mit der Uno kooperiert, weitere wichtige Programmpunkte des Aufenthalts der Bundeskanzlerin.

 

Erst kürzlich erfuhr „Kinder Afrikas e. V.“, dass Angela Merkel mit einigen deutschen UN-Polizisten auch die „Monrovia Training Academy“ (Name berichtigen!) kurz besuchte und somit dem Waisenhaus ihre Aufmerksamkeit schenkte, dessen Kinder wir durch den Bau einer Schule eine bessere Perspektive für die Zukunft geben möchten. Besonders freuten sich die dort lebenden Jungen und Mädchen über die Geschenke (u. a. Fußbälle und Trikots), die der hohe Gast aus Deutschland verteilen ließ. Bereits auf der Pressekonferenz mit „Ma Ellen“, wie viele Liberianer ihre Staatschefin liebevoll nennen, betonte Frau Merkel mit dem Verweis auf die Realisierung der UN-Millenniumsziele, das Bildung eines der wirkungsvollsten Mittel zur Armutsbekämpfung darstellt. Dieser Aussage kann „Kinder Afrikas e. V.“ nur zustimmen und es ermutigt uns, dass wir bei unserem ersten Schulprojekt in ideeller Hinsicht auch die deutsche Bundeskanzlerin auf unserer Seite wissen.

 

Obwohl die Aufenthaltsdauer von Angela Merkel in Liberia äußerst knapp bemessen war, lässt sich ihr Besuch doch als Zeichen dafür verstehen, dass die deutsche Bundesregierung die demokratische Entwicklung des westafrikanischen Staates zu würdigen weiß und es beim Wiederaufbau nicht allein lassen wird. „Afrika bleibt auf der Tagesordnung der internationalen Staatengemeinschaft.“, sagte Heidemarie Wieczorek-Zeul am Ende der Afrika-Reise. Wir hoffen, dass sie damit Recht behält.

 

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FAKTEN über LIBERIA
  • Klima: tropische Regenwaldzone, heiß-feuchtes Klima

  • Lage/Größe: westafrikanische Atlantikküste (Golf von Guinea). Liberia ist mit 111.370 qkm knapp halb so groß wie Großbritannien und hat gemeinsame Grenzen mit Sierra Leone im Westen, Guinea im Norden und der Côte d'Ivoire im Osten.

  • Hauptstadt: Monrovia; Großraum Monrovia ca. 1,2 Mio. Einwohner und Flüchtlinge
  • Bevölkerung: ca. 3,3 Mio., 2,5% von Afro-Amerikanern abstammende Bevölkerungsschicht, 16 Hauptstämme wie Kpelle, Bassa, Kru, Gio, Grebo, Mano, Gola, Loma, Kissi, Vai, Bella, Mandingo und Krahn, ca. 8.000 Libanesen, Bevölkerungswachstumsrate ca. 2% pro Jahr (Schätzung 2002)
  • Regierungsform: Präsidialdemokratie und Zweikammersystem (Senat und Repräsentantenhaus) seit Beginn der 2. Republik am 06.01.1986. Der Senat hat 30 Sitze, das Repräsentantenhaus 64.

 

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